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12.09.16

Hilfe für schwerbrandverletzte Kinder in Bolivien: DGPRÄC spendet Interplast 5000 Euro

„Interplast zeigt uns stets aufs Neue, wie die Plastische Chirurgie das Leben verbessern kann. Dies erfüllt uns mit Stolz“, stellt Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h. c. Raymund E. Horch fest. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) überreichte der plastisch-chirurgischen Hilfsorganisation eine Spende von 5000 Euro auf der Jahrestagung der Gesellschaft in Kassel. Das Geld geht direkt an die Klinik für schwerbrandverletzte Kinder in Cochabamba/Bolivien.

Kostenfreie Operationen für junge Patienten
Chefarzt Dr. Oscar Romero nahm die Spende in Kassel entgegen und dankte für das Engagement von Interplast. Teams der Hilfsorganisation reisen regelmäßig nach Cochabamba, um dort komplizierte Operationen vorzunehmen. „In zwei Operationssälen erhalten dort Kinder, die durch Verätzungen, Verbrühungen oder Verbrennungen entstellt sind, eine neue Lebensperspektive“, berichtet Dr. André Borsche, der 2014 mit einem zehnköpfigen Team in Bolivien tätig war. „Patienten, die etwa durch großflächige Narben in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, nehmen mit ihren Familien oft einen weiten Weg auf sich, um im Krankenhaus behandelt zu werden.“ Wenn möglich, erhalte er schon in Deutschland Bilder der jungen Patienten, damit er das Team auf die Operationen vorbereiten könne. „Die Familien können es oft gar nicht fassen, dass wir ihre Kinder kostenfrei operieren. Die Strapazen der langen Anreise und der vielen Stunden im Operationssaal werden durch die Dankbarkeit der Menschen vor Ort belohnt“, freut sich Dr. Borsche.

Konkrete Hilfe seit 1980
„1980 gründete der Plastische Chirurg Prof. Gottfried Lemperle ,Interplast Germany‘ nach amerikanischem Vorbild“, berichtet Kongresspräsident Dr. Lutz Gruhl. „Seitdem konnten wir den Patienten weltweit in mehr als 1100 Einsätzen helfen – ohne großen Verwaltungsaufwand und nur durch das unermüdliche ehrenamtliche Engagement der Mitglieder.“ Wichtig sei die Kooperation mit den medizinischen Einrichtungen im Einsatzland. „Wir versuchen immer, die Ärzte und Krankenschwestern vor Ort zu schulen. Dort ist das Interesse an modernen Methoden meistens sehr groß“, berichtet Dr. Gruhl. Gleichzeitig könnten die deutschen Kollegen aber auch etwas lernen: „Es ist oft erstaunlich, was den Ärzte mit einfachsten Mitteln alles gelingt.“ Schwierigkeiten gebe es hingegen oft mit den Übergepäckregeln und Einfuhrbestimmungen von Fluggesellschaften und Zoll. „Das ist manchmal schon sehr mühsam“ gibt Dr. Gruhl zu. „Aber die erfüllende Arbeit im Team und die ganz konkrete Hilfe, die man vor Ort leisten kann, wiegen das wieder auf.“

Spendenkonto von INTERPLAST-Germany e.V.: Bank für Sozialwirtschaft IBAN DE 52 550 205 00 000 8 666 000 – BIC: BFSWDE33 MNZ

Bildunterschrift 2016-09-12-Spende_Interplast_Bild:

Dr. André Borsche (2.v.l.) dankt im Namen von Chefarzt Dr. Oscar Romero und OP-Schwester Magda Lazarte DGPRÄC-Präsidenten Prof. Raymund E. Horch (l.) für die Spende. (Foto: DGPRÄC)